Für Hausbesitzer · Bestand

Wärmepumpe im Altbau: meistens möglich, selten ohne Rechnen

Die meisten Bestandsgebäude lassen sich mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizen – auch mit Heizkörpern. Entscheidend sind drei Größen: die Vorlauftemperatur am kältesten Tag, die Heizlast und eine saubere Hydraulik. Die ECO Serie liefert bis 70 °C und arbeitet bei 55 °C noch in Klasse A++.

55 °CVorlauf: Effizienzklasse A++, SCOP 3,37–3,55
70 °CReserve für kalte Tage und Altbauheizkörper

Die drei Hebel

Worauf es im Bestand ankommt

1. Vorlauftemperatur

Jedes Grad weniger spart Strom. Bei 35 °C erreicht die ECO einen SCOP von 4,6, bei 55 °C rund 3,4 bis 3,5. Viele Altbauten kommen nach einem hydraulischen Abgleich mit 50 bis 55 °C aus, weil die Heizkörper früher für 70/55 °C überdimensioniert wurden.

2. Heizlast

Nicht die Fläche zählt, sondern die Wärmemenge am kältesten Tag. Aus dem Gasverbrauch lässt sie sich gut abschätzen: 20.000 kWh Gas entsprechen grob 9 kW Heizlast. Verbindlich ist die Berechnung nach DIN EN 12831.

3. Hydraulik

Pufferspeicher für Mindestvolumenstrom und Abtauung, hydraulischer Abgleich, ausreichend große Rohrquerschnitte und ein Warmwasserspeicher mit großem Wärmetauscher. Das ist Handwerk – und Förderbedingung.

Selbsttest

Der Heizkurven-Test vor dem Umbau

Ob Ihre Heizkörper für eine Wärmepumpe reichen, können Sie mit der alten Heizung ausprobieren – an einem kalten Wintertag.

  1. Vorlauf begrenzen

    Maximale Vorlauftemperatur am Kessel auf 50 bis 55 °C stellen, Nachtabsenkung aus.

  2. Thermostate öffnen

    Alle Heizkörperventile voll aufdrehen, damit der Volumenstrom nicht künstlich gedrosselt ist.

  3. Räume beobachten

    Werden alle Räume bei Außentemperaturen um 0 °C oder darunter warm, ist das Gebäude für 55 °C Vorlauf geeignet.

  4. Problemräume notieren

    Bleibt ein Raum kalt, hilft meist ein größerer Heizkörper oder ein Niedertemperatur-Konvektor dort – nicht im ganzen Haus.

Heizkörper und Vorlauftemperatur

Auslegung HeizkörperLeistung bei 55/45 °CTypische Maßnahme
90/70 °C (sehr alt)≈ 45 %Heizkörper vergrößern oder Dämmung
75/65 °C (1980er)≈ 60 %Einzelne Heizkörper tauschen, Abgleich
70/55 °C (1990er)≈ 70 %Oft ausreichend wegen Reserven
55/45 °C (ab 2000)100 %Direkt geeignet

Richtwerte nach Heizkörperexponent n ≈ 1,3 bei 20 °C Raumtemperatur. Heizkörper wurden häufig mit Sicherheitszuschlägen gewählt; der Test im Haus zählt mehr als die Tabelle.

DECARBONIZE ECO Monoblock-Wärmepumpe, Frontansicht mit zwei Ventilatoren
ECO 050 / 060 für größere Bestandsgebäude

Warum die ECO Serie im Bestand

Reserven, wo der Altbau sie braucht

  • Heizwasser bis 70 °C: Für die wenigen sehr kalten Tage oder einzelne hartnäckige Räume – ohne Heizstab.
  • Nennwärmeleistung bei 55 °C ausgewiesen: 5,59 / 8,70 / 12,17 / 13,47 kW bei −10 °C. Das ist der Wert, mit dem im Altbau geplant wird.
  • Modulation nach unten: In der Übergangszeit läuft die ECO 040 mit 4,5 kW statt zu takten.
  • Monoblock: Keine Kältemittelleitungen durch alte Wände; zwei gedämmte Heizungsleitungen genügen.
  • Betrieb bis −20 °C Außentemperatur, Abtauung mit Pufferenergie statt Heizstab.

Typische Situationen

Drei Bestandsfälle, drei Antworten

Fall A

Einfamilienhaus 1985, teilsaniert, Gas 22.000 kWh

Heizlast grob 9 bis 10 kW, Heizkörper 75/65 °C. Nach Abgleich meist 55 °C Vorlauf möglich; zwei Heizkörper im Bad und Wohnzimmer vergrößern. ECO 050 (12,2 kW bei 55 °C), Puffer 150 l, Warmwasserspeicher 300 l.

Fall B

Reihenhaus 1998, Öl 1.800 Liter, Fußbodenheizung EG

Heizlast etwa 6 kW, gemischte Verteilung, 45 °C Vorlauf. ECO 030 oder bei Warmwasserkomfort für fünf Personen ECO 040, einphasig – kein Drehstrom nötig.

Fall C

Zweifamilienhaus 1965, unsaniert, Öl 4.500 Liter

Heizlast um 18 kW, Vorlauf über 60 °C nötig. Erst Dämmung von Dach und Kellerdecke oder größere Heizflächen, dann ECO 060 oder Kaskade. Hier lohnt die Energieberatung vor der Wärmepumpe.

Beispiele zur Einordnung, keine Angebote. Die Auslegung erfolgt durch den Fachbetrieb nach Heizlastberechnung.

Rahmen

Gesetz und Förderung im Bestand

Das Gebäudeenergiegesetz verlangt beim Heizungstausch – abhängig von der kommunalen Wärmeplanung – Heizungen mit mindestens 65 % erneuerbarer Energie. Eine Wärmepumpe erfüllt das ohne weitere Nachweise. Für selbst genutzte Bestandsgebäude fördert die KfW den Einbau mit 30 % Grundförderung; beim Austausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung kommt der Klimageschwindigkeitsbonus hinzu, bei entsprechendem Einkommen der Einkommensbonus. Förderbedingung sind unter anderem eine gelistete Wärmepumpe, der hydraulische Abgleich und ein Fachbetrieb.

Nächster Schritt

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